Weimar feiert … Gusterath könnte auch

Die deutsche Bauhausbewegung feiert ihr 100 jähriges Jubiläum und überall im In- und Ausland schätzt man die zu Kulturdenkmälern aufgestiegenen Bauten.

Leider nicht überall.

Geographisch in der Mitte der Verbandsgemeinde Ruwer stehend und als Leuchturmprojekt über viele Jahrzehnte für die gesamte Region von hoher Bedeutung, wurde das Konfektionsgebäude auch architektonisch für diese Zeitepoche prägend in das „Nachrichtliche Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Rheinland-Pfalz“ aufgenommen: 

"Gusterath - Werk Romika Gemarkung Werk Romika Konfektionsgebäude, viergeschossiger Stahlbetonbau mit Flachdach im Stil des "Neuen Bauens", 1929."

Dieses Gebäude ist aber noch vieles mehr. Als erstes, von den jüdischen Gründern der Romika, erbautes Gebäude sollte es auch als Mahnmal und Gedenkstätte anzusehen sein. Selbst nach der Übernahme während des zweiten Weltkrieges wurde der Namen Ro(llmann) Mi(chael) Ka(ufmann) der jüdischen Gründer beibehalten. Dies ist als Indiz für die überregionale Bedeutung der Marke Romika anzusehen. Auch die Gemeinde Gusterath trägt noch heute den Schuh in Ihrem Wappen als Anerkennung dieses Standortes.

Der Artikel vom 28. April 2009 ist die schreckliche Bilanz behördlichem Versagens an dem für die Gemeinde Gusterath so wichtigen Gebiet.

Die Romika prägte nicht nur Gusterath sondern alle umliegenden Dörfer. Als Arbeitgeber für 3500 Arbeitnehmer, durch Errichtung und Unterstützung zahlreicher Freizeiteinrichtungen und kultureller Veranstaltungen und durch internationale Präsenz kann man diesem Standort eine hohe historische Bedeutung zusprechen.

Nach dem „offiziellen“ Produktionsende in Gusterath erfolgte eine lange Leidenszeit. Die Gründung des Zweckverbandes, durchaus gut gemeint, endete dann im Ärger des Herrn Schartz der bis heute immer noch ratlos hinter seinen Leuten steht und die dem Volksfreund gestellte Frage: „ … aber welche Alternative hätte man für Gusterath Tal gehabt?“ bis heute nicht beantwortet sieht. Da, sehr verehrter Herr Schartz, hätte eine Frage bei Herrn Busch, seinerzeit Verbandsbürgermeister, genügt, dem schon ab 2007 in regelmäßigen Abständen Nutzungskonzepte, Ideen, Entwicklungsvorschläge und Hinweise von Anliegern des Gusterather Tals vorgelegt wurden. Herr Busch sah sich aber damals schon nicht mehr in der Zuständigkeit, da doch alles „vermarktet“ sei.

Unter anderem auch das „Wahrzeichen“ von Gusterath Tal. Dieses Gebäude wurde aus dem Gesamtportfolio zu einem vermeintlichen Symbolbetrag (1 EUR) mit sinnvollen Auflagen und schon damals als denkmalgeschützt veräußert.

Mit dem Verkauf des "Wahrzeichens", dies muss allen Beteiligten auch damals schon klar gewesen sein, legte man den Baustein für die gesamte Entwicklung des Standortes. In diesem Fall führte diese Entwicklung leider nachhaltig zu Missstand und Verfall. 

Einmal verkauft, wechselte das jüdische Denkmal in den kommenden Jahren mehrfach den Eigentümer, wobei hier vermutet werden darf, dass es sich hier jedesmal um die gleiche natürliche Person handelte (nur die juristische Person von Kauf zu Kauf eine andere wird) und zum Schluß, nach jahrelanger Verwahrlosung und Nichtbeachtung sämtlicher Auflagen mit Nutzung als Garage,  Lager und Müllplatz an seinen jetzigen Besitzer weiterverkauft wurde.

Das alles wurde von den zuständigen Behörden ignoriert  und statt an einer schnellen Aufklärung mitzuwirken, wird beständig mit Datenschutz und fehlender Zuständigkeit argumentiert. 

Dabei wurde das Anliegen sehr klar formuliert: wir fordern die Offenlegung der Verkaufsunterlagen (unter Berücksichtigung des Datenschutzes) des ersten Verkaufs zum vermeintlichen Symbolbetrag und den damit verbundenen Auflagen an, um entsprechend aktiv werden zu können.

2 Replies to “Weimar feiert … Gusterath könnte auch”

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